Kniegelenkarthrose
Was ist das?
Die Arthrose ist eine degenerative Erkrankung, die den Gelenkknorpel betrifft. Sie wird typischerweise als eine Entzündung beschrieben, die zur Zerstörung des Knorpels infolge von „Verschleiß" führt. Diese Definition ist jedoch etwas veraltet und wird der tatsächlichen Komplexität der Erkrankung nicht gerecht.
Diese Erkrankung ist – wie viele andere – das Ergebnis verschiedener Risikofaktoren:
- Genetik
- Hyperlipidämie
- Gelenküberlastung durch berufliche Tätigkeit
- Achsfehlstellungen
- Diabetes
- Fettleibigkeit
- Gelenktrauma
- Alterungsprozesse
Brauche ich ein MRT?
In der Regel bietet das MRT nur einen begrenzten Nutzen und kann sogar schädlich sein. Die im MRT sichtbaren Veränderungen haben oft wenig mit den Symptomen zu tun. Ein „schlechtes" Bild kann bei einem Patienten mit wenigen Beschwerden den Eindruck erwecken, dass der Zustand sehr schlimm sei – was durch Angst zu einer Verstärkung der Symptome führen kann.
Radiologische Befunde, die mit Kniegelenksarthrose vereinbar sind, kommen bei gesunden, symptomfreien Erwachsenen über 40 Jahren sehr häufig vor (~43 %). Es besteht also keine direkte Kausalität zwischen radiologischen Befunden und Symptomen.
Was kann ich tun, um mich zu verbessern? (konservative Behandlung)
1. Die Erkrankung verstehen
- Weiterhin Belastung auf das Gelenk ausüben, um es gesund zu halten
- Schmerzverursachende Aktivitäten anpassen, um Verschlechterung zu vermeiden
- Ein Aktivitätsniveau finden, das körperliche Fitness ermöglicht
- Arthrose verschlechtert sich nicht zwangsläufig mit der Zeit
2. Bewegung
Aerobes Training: 150–300 Minuten leichte bis mäßige körperliche Aktivität pro Woche oder 75–150 Minuten intensive Aktivität pro Woche.
Krafttraining: An zwei Tagen pro Woche moderates bis intensives Krafttraining der großen Muskelgruppen.
3. Gewichtsreduktion
Eine Gewichtsabnahme hängt nachweislich stark mit der Reduktion von Symptomen zusammen — ein sehr relevanter Faktor bei Übergewicht oder Adipositas.
4. Verwendung von Gehhilfen
Die Nutzung von Gehhilfen kann zur Symptomkontrolle beitragen. Für Personen mit erhöhtem Sturzrisiko sind sie eine wichtige Sicherheitsmaßnahme.
5. Medikamente
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) werden zur Symptomkontrolle empfohlen. Dosierung und Häufigkeit sollten immer mit einem Arzt besprochen werden. Kortikosteroid-Injektionen können kurzfristig helfen, sind aber langfristig nicht empfehlenswert, da sie den Knorpel schädigen können.
Wann sollte man eine Knieprothese in Betracht ziehen?
Es gibt keine einfache Antwort — es hängt davon ab, wie sehr die Symptome Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Im Allgemeinen kann eine Operation in Betracht gezogen werden, wenn alle konservativen Behandlungsoptionen über etwa sechs Monaten konsequent durchgeführt wurden und keine wesentliche Verbesserung erzielt wurde.




